HINTERGRUND

Der "Kalifatstaat" der Kaplans

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG)

Flickenteppich des politischen Islam

 


BERICHTE

Tumult im Düsseldorfer Sicherheitstrakt. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilt drei Palästinenser zu Haftstrafen zwischen sechs und acht Jahren wegen Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe. Doch ein Angeklagter geht erst mal nicht ins Gefängnis, sondern stürmt aus dem Saal (taz, Oktober 2005)

Göttliche Strafe für Islamkritiker erbeten. Im islamistischen Internetportal Muslim-Markt wurde dafür gebetet, dass der Islamkritiker Hans-Peter Raddatz von Allah bestraft werden möge, falls er ein Lügner sei. Die Staatsanwaltschaft sieht einen Verdacht auf Aufruf zu Straftaten (taz, Oktober 2005)

Hohe Haftstrafen für Islamisten gefordert. Bundesanwaltschaft hält Terrorpläne der deutschen Al-Tawhid-Zelle für "in vollem Umfang bestätigt". Jüdische Einrichtungen in Berlin und Düsseldorf sollten getroffen werden. 60 Zeugen an 130 Verhandlungstagen angehört. Kronzeuge umstritten (taz, September 2005)

Schily räumt Redaktion. Innenminister verbietet mutmaßlich islamistische Vereine und einen kurdischen Verlag. Kritik von Journalisten (taz, September 2005)

Grünes Licht für Verbot von Akademiebesuch. Karlsruher Richter weisen Beschwerden von Eltern zurück, deren Kinder die islamistische König-Fahd-Schule in Bonn verlassen müssen. Auch Koblenzer Richter entscheiden: Deutsche Schulpflicht gilt unabhängig von der Religion (taz köln, August 2004)

Immer weniger Kinder folgen dem Ruf der Saudis. Der striktere Umgang mit der islamistischen Fahd-Akademie in Bonn zeigt erste Erfolge: Immer mehr Eltern melden ihre Kinder freiwillig an staatlichen deutschen Schulen an. Und auch die Ausnahmegenehmigung für den Besuch der saudischen Schule wird regelmäßig entzogen (taz köln, August 2004)

Mittlere Reife auf der Fahd-Akademie. Bezirksregierung stoppt Genehmigung von Schulabschlüssen der Bonner Akademie. Ende der Schule "rückt näher" (taz köln, August 2004)

Punktsieg für "Kalif". Vorläufiger Abschiebeschutz für den Islamisten Metin Kaplan ist nach einem Urteil des OVG Münster rechtens (taz, Juli 2004)

Ein Kaplan zu viel in Köln. Die Bundesregierung, die Opposition und die öffentliche Meinung sind sich einig, dass Metin Kaplan abgeschoben werden soll. Wie auch immer die Gerichte entscheiden (Jungle World, Juni 2004)

König-Fahd-Akademie wird per Gericht geschrumpft. Die Stadt Bonn erteilt seit Oktober 2003 so gut wie keine Ausnahmegenehmigungen mehr für den Besuch der Schule. In drei Fällen bestätigte das Oberverwaltungsgericht Münster deren Aufhebung. Eltern demonstrieren für die Schule, die wegen ihrer Nähe zum Islamismus umstritten ist (taz köln, Juni 2004)

Monate für Kaplan. Metin Kaplan wird laut Innenminister Behrens ein paar Monate bleiben - bis zum Ende des Gerichtsverfahrens (taz köln, Juni 2004)

"Wir sind auf dem Weg nach Guantánamo", sagt Gerhart Baum. Eine Lex Kaplan wäre populistisch und gefährlich - rechtstaatliche Regeln gelten auch für die Gegner der Verfassung (taz, Juni 2004)

Köln gegen Kaplan. Der "Kalif von Köln", Metin Kaplan, soll so schnell wie möglich abgeschoben werden: Stadt legt Beschwerde ein (taz köln, Juni 2004)

CDU fordert Kaplan-Konsequenzen. Der CDU Landeschef Jürgen Rüttgers benutzt den "Kalifen von Köln", um schärfere Gesetze zu fordern (taz köln, Juni 2004)

Liberale auf der rechten Spur. Nordrhein-Westfalens FDP fordert weiter Konsequenzen aus dem Fall Kaplan: "Innenminister Fritz Behrens ist und bleibt ein Sicherheitsrisiko." Grüne kritisieren "Abschiebepolitik mit der Brechstange" (taz köln, Juni 2004)

KOMMENTAR: Die Einigkeit lässt frösteln. Der "Fall Kaplan" (taz köln, Juni 2004)

Kalif ist doch ein kölsche Jong. Metin Kaplan befindet sich nach Auskunft seiner Anwältin in Köln. Am Dienstag will sich Kaplan wieder bei der Polizei melden. Mit seinem Verschwinden hat der Kalif seine Blitzabschiebung verhindert. Anwältin setzt auf lange Revisionsfristen (taz, Mai 2004)

"Schlüssel beim Nachbarn..." Der Kalif von Köln hat einen kleinen weißen Zettel an seiner Wohnungstür hinterlassen - für die Polizei. Wo Metin Kaplan steckt, steht aber nicht drauf (taz, Mai 2004)

Kalif lief, Polizei schlief. Festnahme von Metin Kaplan, dem "Kalifen von Köln", scheitert. Der Islamistenanführer ist untergetaucht. Jetzt werden Verantwortliche gesucht. Frankreichs Kalifatschef abgeschoben (taz, Mai 2004)

Kalif darf Köln verlassen. Der islamistische Extremist Metin Kaplan kann in die Türkei abgeschoben werden. Gericht sieht keine rechtlichen Hindernisse für Abschiebung. Revision zugelassen (taz, Mai 2004)

Unbedingter Gehorsam stört Ministerin. In der König-Fahd-Akademie in Bonn vermitteln die Schulbücher immer noch eine "fundamentalistische Weltsicht", sagt NRW-Schulministerin Ute Schäfer (SPD). Sie will jetzt Genehmigungen für den Besuch der Schule zurücknehmen (taz köln, Mai 2004)

Kein Kopftuch auf der Richterbank. Der Kölner Richterrat sieht durch eine muslimische Referendarin, die auf ihrem Kopftuch besteht, die Neutralität des Gerichts gefährdet. Seine Empfehlung ist aber nicht bindend (taz köln, Mai 2004)

Abzocke im Namen Allahs. Tausende gläubige Muslime wollten islamisch-korrekt bei der Yimpas-Holding Geld anlegen. Dabei verloren viele türkischstämmige Kölner ihre Ersparnisse. An wen und warum zeigt eine WDR-Doku (taz köln, Mai 2004)

Zukunft Kaplans unklar. Gericht bestätigt Ausweisungsverfügung gegen Islamistenführer. Zeitpunkt einer Abschiebung bleibt aber ungewiss. Entscheidung fällt in der nächsten Woche (taz, Mai 2004)

Muslim sucht neue Stelle. Mitgründer des islamistischen Internet-Portals "Muslim-Markt" sieht Uni-Job gefährdet (taz, März 2004)

Nicht nur gegen die Kälte. Über 3.000 Musliminnen und Muslime demonstrieren am Kölner Dom für das Recht von Frauen islamischen Glaubens, jederzeit Kopftuch zu tragen. Dies sei keineswegs "Symbol der Unterdrückung" (taz köln, Januar 2004)

KOMMENTAR: Kein Symbol für Emanzipation (taz köln, Januar 2004)

KOMMENTAR: Grenzen der Wahrheitsfindung. Der Freispruch Mzoudis ist richtig - aber unbefriedigend (taz, Februar 2004)

Zeitschriftenleser unter Verdacht. Polizisten durchsuchten 1.000 Wohnungen von Beziehern einer islamistischen Zeitschrift von Anhängern des verbotenen "Kalifatsstaats". Bundesanwalt ermittelt gegen vier Männer. Handfeuerwaffen gefunden. Metin Kaplan wurde verhört (taz, Dezember 2003)

Letzte Chance für König Fahd. Ein Neuanfang sieht anders aus: Die Bezirksregierung Köln und Saudi-Arabiens Botschaft einigen sich auf einen Kompromiss für die Fahd-Akademie (taz, Oktober 2003)

Schulen dürfen nicht abschotten. Kommentar zur Nicht-Schließung der Fahd-Akademie (taz, Oktober 2003)

Saudische Schule vor dem Aus. Die Kölner Bezirksregierung plant offenbar, die König-Fahd-Akademie in Bonn wegen islamistischer Tendenzen zu schließen. Das Bundesinnenministerium unterstützt den harten Kurs. Offen ist bisher die Zukunft des Berliner Ablegers der Akademie (taz, Oktober 2003)

Saudische Schule vor der Schließung. Trotz der Entlassung eines Islamlehrers wollen Politiker die umstrittene Fahd-Akademie in Bonn dichtmachen (taz, Oktober 2003)

Kaplan darf bleiben. Kölner Verwaltungsgericht hört nicht auf Schily und untersagt Auslieferung des Islamisten an die Türkei (taz, August 2003)

Schilys letzter Schlag vor der Wahl. Groß angelegte Polizeiaktion gegen Islamisten in fünf Bundesländern. Bundesinnenminister verbietet weitere mutmaßliche Teilorganisationen des "Kalifatsstaats" und weist Kritik seines Rivalen Beckstein zurück. Zeitpunkt sei nicht absichtlich gewählt (taz, September 2002)

Wir kriegen sie fast alle. In Heidelberg wurde in der vorigen Woche offenbar ein Anschlag islamistischer Terroristen vereitelt. Ansonsten sind die deutschen Fahndungserfolge dürftig (Jungle World, September 2002)

Wahn braucht keine Organisation. Kommentar zu den Festnahmen in Heidelberg (taz, September 2002)

Freiheit oder Ausweisung. Gespräche mit der Türkei über Islamisten Metin Kaplan entzweien rot-grüne Koalition (taz, Mai 2002)

Im Nebel des Djihad. Ob es wirklich eine Terrorgruppe al-Tawhid gibt, ist auch nach den Festnahmen der vergangenen Woche unklar (Jungle World, April 2002)

Keine konkreten Pläne für einen Anschlag. Neun Islamisten in Haft. Aber Generalbundesanwalt muss einräumen: Ziele in Deutschland hatten sie nicht im Visier (taz, April 2002)

Nichts Genaues weiß Nehm nicht. Generalbundesanwalt Kay Nehm kann auch nach der Festnahme von 13 Terrorverdächtigen keine Hinweise vorlegen, dass es konkrete Pläne für einen Anschlag in Deutschland gab. Wer sich hinter der Gruppe al-Tawhid verbirgt, bleibt weiter unklar (taz, April 2002)

Die deutsche Filiale der Islamisten. Die ausgehobene al-Tawhid-Zelle soll logistisch in ein internationales konspiratives Netz eingebunden sein - vermutet der Generalbundesanwalt (taz, April 2002)

Spurensuche im Ruhrgebiet. Ermittlungsergebnisse unter Verschluss. Zustand von Djerba-Opfern verbessert (taz, April 2002)

Schily sieht alles. Der islamistische Kalifatsstaat von Metin Kaplan ist verboten worden (Jungle World, Dezember 2001)

Kalif ohne Kalifat. Innenminister Otto Schily verbietet die islamistische Organisation Kalifatsstaat. Bundesweite Durchsuchungen. Kalif soll ausgewiesen werden. Türkische Regierung begrüßt das Verbot (taz, Dezember 2001)

"Das werdet ihr bezahlen!" Ratlos, zornig, aber ohne Gegenwehr: wie die Anhänger des "Kalifen von Köln" die Auflösung ihres Staates erleben (taz, Dezember 2001)

Verbot rückt näher. In NRW wird das Verbotsverfahren gegen die Vereinigung von Kaplan vorbereitet (taz, Dezember 2001)

Kaplan will im Knast bleiben. "Kalif von Köln" zieht Einwilligung zu Haftprüfungsverfahren zurück: Das Gefängnis zieht er einer Abschiebung in die Türkei vor. Dort ist er wegen Hochverrats angeklagt (taz, November 2001)

Bin Laden über den Weg gelaufen. Delegation des radikalislamischen "Kalifatstaats" hat Talibanführer 1996 in Afghanistan "zufällig" getroffen (taz, November 2001)

KOMMENTAR: Christen endlich wie Muslime behandeln (taz köln, November 2001)

Schulen ohne Koran. Vorerst gibt es keinen Islamunterricht in NRW. Gericht: Die Antragsteller Zentralrat der Muslime und Islamrat sind keine Religionsgemeinschaften (taz, November 2001)

Rechte gegen Kalifatstaat (taz, November 2001)

Kaplan soll abgeschoben werden. Das hatte die CSU zur Bedingung ihrer Zustimmung zum Sicherheitspaket II gemacht. Voraussetzung: Die Türkei soll "verbindlich" zusichern, dass weder Folter noch Todesstrafe droht. Kaplans Schwippschwager wieder auf freiem Fuß (taz, November 2001)

"So dumm, das ist nicht vorstellbar." Anwalt des verhafteten Islamisten aus Köln bestreitet Terrorpläne. Schily will "Kalifatstaat" noch intensiver beobachten (taz, Oktober 2001)

Der Vertraute des "Kalifen". Verhafteter Islamist wollte mit ABC-Schutz nach Teheran. Sein Anführer Kaplan sitzt in Deutschland im Knast und hatte sich gerade vom Terrorismus distanziert - um vorzeitig entlassen zu werden (taz, Oktober 2001)

Knotenpunkt Hamburg. Bei der Vorbereitung der Terroranschläge soll Mohammed Atta eine Schlüsselrolle gespielt haben (taz, September 2001)

Noch keine Spur zu Bin Laden. Bundesanwaltschaft hat noch keine Hinweise, dass die drei vermutlichen Attentäter aus Deutschland im Auftrag des von den USA gesuchten Islamisten handelten (taz, September 2001)

Gemischte Reaktionen auf Schilys Islamistenverbot. Die vom Innenminister geplante Streichung des Religionsprivilegs im Vereinsgesetz löst Zweifel bei Grünen und PDS aus. Grüne warnen vor pauschaler Diskriminierung des Islam. Der CDU-Politiker Rupert Scholz unterstützt Schily und spricht von einer "vernünftigen Klarstellung" (taz, September 2001)

Schily plant Islamistenverbot. Innenminister will Vereinsgesetz ändern. Fundamentalistische Vereinigungen sollen sich nicht als Religionsgemeinschaft "tarnen" dürfen. Im Visier: antiisraelische Vorbeter islamischer Zentren (taz, September 2001)

Terroristen im Bekenntniseifer. Drei konkurrierende Gruppen wollen schuld sein am Anschlag auf das türkische Generalkonsulat in Düsseldorf (taz, April 2001)

Anschläge in Düsseldorf. Sprengstoffanschlag auf Türkisches Generalkonsulat. Schwedische Handelskammer von Türken besetzt (taz, April 2001)

Rassismus ist gegen Gotes Gebot. Die islamistische Milli Görüs buhlt mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit um gesellschaftliche Akzeptanz (taz, Februar 2001)

Islamische Traditionen auf Deutsch. Duisburger Modellversuch: Um keine Schwierigkeiten mit islamistischen Gruppen zu bekommen, wird Islamkunde als eigenständiges Fach angeboten - auf Deutsch (taz, November 1999)

 


INTERVIEWS

"Muslime stehen leicht unter Generalverdacht." Mehmet Erbakan, Vorsitzender von Milli Görüs, der größten islamistischen Gruppe in Deutschland, über ein "Sicherheitsbündnis" mit dem Staat (taz, September 2001)

"Wir liefern die moralische Basis." Mili Görüs-Generalsekretär Mehmet Sabri Erbakan über Verfassungsfeindlichkeit, Gleichberechtigung und Homosexualität (taz, August 2000)

 


LESEEMPFEHLUNG:


Als PDF-Datei zu laden